Rosendorfer, Herbert: Briefe in die chinesische Vergangenheit


Kurzbeschreibung:

Der Mandarin Kao-tai aus dem China des 10. Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines "Zeit-Reise-Kompasses" tausend Jahre in die Zukunft und landet – ohne die ihm unbekannte Erddrehung mit berechnet zu haben - im Min-chen der 1980er.

Verwirrt und zugleich wissbegierig beginnt er mit seinen Beobachtungen, deren Zweck die Zeitreise war. In Briefen schildert er seinem chinesischen Freund seine Erkenntnisse und Erlebnisse, erzählt vom seltsamen Leben der "Großnasen", die er zunächst noch für seine viel zu "lauten weil immer schreienden" Nachkommen hält. Er berichtet von deren kulturellen und technischen Errungenschaften (A-tao und Tamm-amm) und versucht Beobachtungen und Vorgänge zu interpretieren, die ihm selbst zunächst unverständlich sind (z.B. Brandopfer Tsi-ga-ga-lei).


Über den Autor:

Herbert Rosendorfer, am 19. Februar 1934 in Bozen geboren, ist Jurist und Professor für bayerische Literatur. Er war Gerichtsassessor in Bayreuth, dann Staatsanwalt und ab 1967 Richter in München, von 1993 bis 1997 in Naumburg/Saale. Seit 1969 zahlreiche Veröffentlichungen, unter denen die »Briefe in die chinesische Vergangenheit« (dtv 10541 und 25044) am bekanntesten geworden sind. Alle seine Bücher sind auch als Taschenbücher bei dtv erschienen.

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Interessant ist, wie Kao-tai uns alltäglichste Dinge aus seiner Sicht beschreibt, manchmal mit Begriffen, über die man erst einmal nachdenken muss. Wenn ich sie enträtselt hatte, musste ich oftmals schallend lachen, weil sie teilweise so liebenswert waren oder einfach zu treffend! Mir wurde wieder einmal bewusst, dass wir heutzutage so vieles einfach hinnehmen, ohne darüber nachzudenken.

Dieses Buch macht nachdenklich, denn es enthält einige Wahrheiten über unsere Zivilisation. Vielleicht macht es sogar nachdenklicher, als es das vor 20 Jahren getan hat.
Mag sein, dass die dauernde Kritik an der Zivilisation und ihren Errungenschaften und Folgen für manchen nervig sein mag. Man bedenke aber, dass das Buch in den 1980er geschrieben wurde, als Klimaschutz & Co noch nicht Tagesthema war.
Wir sind Leser des 21. Jahrhunderts und werden gerade in den letzten Monaten panikmachend darauf hingewiesen, was falsch läuft und verbessert werden könnte. Die hier erhobene Kritik erfolgt aber eher herzerfrischend und erscheint mir, da naiv formuliert, verständlicher.

Alles in allem gefiel mir das Buch sehr gut, denn ich konnte viele seiner Beobachtungen und Schlüsse sehr gut nachvollziehen.

Ich vergebe daher Schulnote: 1,2

2008-01-30
- in: 5e Rezens. Unterhaltung 1211 mal gelesen

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