5b Rezension Storica

Kearsley, Susanna: Das schottische Vermächtnis



Das schottische Vermächtnis - Susanna Kearsley
Klappentext
An der wildromantischen Nordküste Schottlands mietet die Schriftstellerin Carrie McClelland ein Cottage, um in Ruhe und Abgeschiedenheit an ihrem neuen Roman zu schreiben. Doch schnell findet ihr beschauliches Dasein ein Ende. Nahe den Ruinen von Slains Castle trifft sie auf einen Fremden, der ihr seltsam vertraut erscheint und einer Figur aus ihrem Roman ähnelt. Und bald schon muss Carrie erleben, wie sie selbst zur Protagonistin einer drei Jahrhunderte umspannenden Geschichte von Liebe, Betrug und Verrat wird.


"Das schottische Vermächtnis" ist das zweite Buch von Susanna Kearsley, das ich lese. Geschenkt wurde es mir von der gleichen Freundin, die schon "Mariana" - den Roman, der bis jetzt als einziger von mir eine 1,0 erhielt - in mein Leben gebracht hat.

Der Leser bewegt sich zwischen der Geschichte um Carrie McClelland auf der einen und Sophia Patterson auf der anderen Seite. Typisch für beide Bücher ist die Veschmelzung der Protagonistin der Gegenwart mit der der Vergangenheit. Kearsley bringt mit dem "Gedächtnis der DNA" eine spannende und interssante Alternative zum Thema Reinkarnation - daher diesmal Genre "Storica".

"Das schottische Vermächtnis" spielt meines Erachtens in der gleichen Liga wie "Mariana" kann seinem Vorgänger allerdings nicht ganz das Wasser reichen; mich fesselte diesmal allem voran die Geschichte der Gegenwart; fast fand ich es schade, wenn wir uns wieder im 18. Jahrhundert befanden.

Historisch bewundernswert recherchiert. Eine Geschichte mit Happy-End für vielerlei Geschmäcker...

Ich vergebe daher eine Schulnote von 1,4

- in: 5b Rezension Storica 1893 mal gelesen

Victoria Hislop: Das Herz der Tänzerin



Verlag: Diana Verlag (3. August 2009)
ISBN-10: 3453290690
ISBN-13: 978-3453290693
Originaltitel: The Return
Kurzbeschreibung
Eine Liebe in Zeiten des Krieges, ein dunkles Geheimnis, das Generationen überdauert

Als Sonia nach Spanien reist, ahnt sie nicht, wie sehr die Geschichte des Landes auch das Schicksal ihrer Familie geprägt hat. Immer tiefer taucht Sonia ein in die Vergangenheit der Familie Ramírez, eine Vergangenheit, die auch für Sonia Folgen hat…

Spanien in den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: Die vier Kinder der Familie Ramírez aus Granada sind dabei, ihre Träume zu verwirklichen. Mercedes, die jüngste Tochter, liebt den Tanz über alles. Aber erst als sie den Gitarristen Javier Montero trifft, wird sie durch seine Musik zur erfolgreichsten Flamencotänzerin des Landes. Jede Bewegung zeugt von ihrer Zuneigung füreinander, jede Note besingt ihre große Liebe. Doch nach der Machtübernahme Francos bleibt nichts, wie es war. Die Familie droht an den politischen Konflikten zu zerbrechen, Mercedes und Javier verlieren sich in den Wirren des Spanischen Bürgerkrieges. Fieberhaft begibt sich die Tänzerin auf die gefährliche Suche nach dem Geliebten …

Jahrzehnte später erfährt die zweiunddreißigjährige Sonia bei einem Spanienaufenthalt von der berührenden Liebe in Zeiten des Krieges. Fasziniert nimmt sie die Spuren der Vergangenheit auf, ohne zu wissen, wie sehr Mercedes’ Schicksal mit ihrem eigenen verwoben ist …

„Das Herz der Tänzerin“ war Teil eines geschenkten Buchpaketes und ich stand vor der Wahl, mit welchem der Exemplare ich beginnen wollte. Das Cover hat mich neugierig gemacht: ein tanzendes Paar, irgendwie spanisch angehaucht, dazu der Titel… Ich hatte das Gefühl, hier geht es um Flamenco und das war mir Grund genug, nach diesem Buch zu greifen; den Klappentext hatte ich gar nicht gelesen. Ein Fehler vielleicht, weil ich unvorbereitet in den politischen Inhalt geworfen wurde.

Der Leser wird mit den Geschehnissen des spanischen Bürgerkriegs in 1930ern konfrontiert – und das sehr plastisch und eindringlich. Streckenweise hat mich der Inhalt sehr entsetzt. Als Deutscher liest und weiß man viel über die Terrorzeit des Dritten Reiches. Dass sich aber in Spanien schon vor Ausbruch des 2. Weltkrieges regelrechte Gräueltaten abgespielt haben, ist offenbar jahrzehntelang totgeschwiegen worden: von den Spaniern selbst und auch von den Deutschen bzw. Italienern, die offenbar einen sehr unrühmlichen Part in dieser Zeit hatten. Wenn die Geschehnisse, wie sie von Victoria Hislop beschrieben wurden, tatsächlich realistisch sind (und es hört sich nach sehr fundierter Recherche an), dann musste das spanische Volk mit Machtübernahme des Diktators Franco eine entsetzliche, traumatisierende Zeit mit Folter, Völkermord und Terror durchleben, auf die ich nicht gefasst war – denn das Buch beginnt zunächst „harmlos“:

Man schreibt das Jahr 2001. Sonia, Tochter eines Briten und einer Spanierin, reist mit ihrer Freundin nach Granada, um dort deren Geburtstag zu feiern und an einem Tanzkurs teilzunehmen, den sich die Frauen zum Geschenk gemacht haben. Dass Sonia dabei Abstand von ihrem Mann bekommt, der kein Verständnis für ihre Tanzleidenschaft hat, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

In einem Cafe lernt sie den älteren Kellner Miguel kennen, der ihr bereitwillig von der Geschichte des Cafes und seinen ursprünglichen Besitzern erzählt. Sonia taucht ein in die Vergangenheit des Landes und erfährt mehr über die Zeit des grauenvollen Bürgerkrieges.

Dies ist der Zeitpunkt, in dem der Leser in eine völlig neue Handlung eintaucht: die Geschichte der Familie Ramírez, vor allem aber in die der Tochter Mercedes. Das jüngste Kind und einzige Mädchen ist leidenschaftliche Flamencotänzerin, die das Glück hat, die Liebe ihres Lebens – den Gitarristen Javier – zu treffen und mit ihm zusammen aufzutreten. Doch die Wirren des Krieges reißen beide auseinander…

Man mag nicht glauben, dass die geschichtlichen Ereignisse in Spanien so lange totgeschwiegen wurden. Mit diesem Roman wurde offenbar eines der größten Tabuthemen des Landes aufgegriffen und ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass dieses Buch kein leicht verdaulicher Unterhaltungsroman ist, wie der Titel oder das Cover versprechen; vielmehr verstehe ich ihn als geschichtlichen Tatsachen-Roman, dessen Originaltitel „The Return“ (Die Rückkehr) wesentlich treffender ist.

Victoria Hislop beschreibt mit der Geschichte der fiktiven Familie Ramírez das Schicksal vieler Familien aus dieser Zeit: Gespalten in Nationalisten und Republikaner, verfolgt, terrorisiert, ermordet… Wobei die Kampfschauplätze um Mercedes Bruder Antonio teilweise zu sehr in den Vordergrund drangen und die eigentliche Geschichte um die junge Frau und deren Schicksal beinahe zu einem Nebenschauplatz werden ließen.

Eine Bewertung für dieses Buch fällt mir schwer. Wie bereits gesagt, hätte ich gerne mehr über Mercedes erfahren, hatte meinen Fokus auf Tanzen und Flamenco gelegt und wurde einfach überrumpelt von den authentisch wirkenden Kriegsschauplätzen, die mich tief erschütterten. Auch endet das Buch für meinen Geschmack viel zu abrupt… Von daher müsste man sagen, dass das Buch nicht meine Erwartungen erfüllt hat.

Ich würde das Buch nicht noch einmal lesen (dazu waren die Schilderungen streckenweise zu fürchterlich), lege es aber jedem ans Herz, der einen Eindruck von dieser schrecklichen Zeit in der jüngsten spanischen Geschichte bekommen möchte.

- in: 5b Rezension Storica 1496 mal gelesen

Diana Gabaldon: Echo der Hoffnung



Klappentext
1777 – die Zeichen für einen Sieg der Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten stehen schlecht. Nur Claire Randall, die Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, und ihr geliebter Mann Jamie Fraser wissen, wie er ausgehen wird. Jamies Herz schlägt für die Aufständischen – doch sein unehelicher Sohn William kämpft in der britischen Armee …

Jamie weigert sich, zur Waffe zu greifen, doch er will mit dem gedruckten Wort in die revolutionären Kämpfe eingreifen. Dafür braucht er seine Druckerpresse, und die steht immer noch in Edinburgh. Während es in den Straßen der Kolonien schon nach Pulverdampf riecht, macht sich Jamie bereit für eine Rückkehr in die schottischen Highlands, mit Claire an seiner Seite.

Dort scheint seine Tochter Brianna, die im Jahr 1979 lebt, in Sicherheit. Doch mysteriöse Zwischenfälle lassen sie begreifen, dass in den Highlands gefährliche Geheimnisse aus der Vergangenheit ihrer Eltern ins Licht der Gegenwart drängen …

Leseprobe: Leseprobe aus "Echo der Hoffnung"
Erläuterung zum Cover von "Echo der Hoffnung"


Meine Rezension:
„Echo der Hoffnung“ ist das aktuelle Band in der mittlerweile siebenbändigen Reihe um James und Claire Fraser.

Vier Jahre haben wir auf die Fortsetzung der Highlandsaga warten müssen. Vier Jahre, in denen wir mit ansehen mussten, wie ein Lord-John-Roman nach dem anderen auf den Markt geworfen wird. Vier lange Jahre, in denen wir uns auf eine Rückkehr nach Schottland freuen durften, da diese ja in „Ein Hauch von Schnee und Asche“ nach einem detailliertest beschriebenen Unabhängigkeitskrieg bzw. seinen Vorwehen groß angekündigt worden war.

Ich wusste bereits im Vorfeld, dass „Echo der Hoffnung“ aus vier Handlungssträngen besteht, die alle aufeinander zulaufen und am Ende ihre Gemeinsamkeit finden. Und ich habe ebenfalls akzeptiert, dass es keine reine Jamie-Claire-Geschichte mehr ist (dazu haben Brianna und Ian eine zu große Rolle eingenommen). Doch es hieß ja, dass es zurück nach Schottland geht...

Ich muss zugeben, ich bin davon ausgegangen, dass es tatsächlich nach Schottland geht. Und hier liegt mein wohl größter Fehler, der mich sehr viel von meiner Leselust gekostet hat.

Die Einstiegsszene war zugleich eine der Schluss-Szenen von „Ein Hauch von Schnee und Asche“, nur eben aus einer anderen Perspektive, nämlich der von William Ellesmere, James Frasers illegitimen Sohn und Lord John Greys Stiefsohn.

Gut, eine neue Sichtweise kann ja nicht schaden, dachte ich. Was dem aber folgte war eine für meinen Geschmack viel zu genaue, sich in Details verlierende Endloserzählung über Schauplätze des Unabhängigkeitskrieges, der doch in „Ein Hauch von Schnee und Asche“ schon sehr ausführlich erzählt worden war. Das Szenenwechsel-staccato war zwar diesmal nicht ganz so extrem wie noch in Band 6, aber es wollte mir einfach nicht gelingen, wirklich in die Geschichte einzutauchen, weil ich immer darauf wartete: Wann geht es endlich nach Schottland?

Ich sah mich, neben einzelnen und teilweise wirklich schönen Szenen um Jamie und Claire, konfrontiert mit Szenen, die mir wie ein Lückenfüller vorkamen (die Dorothea-Denzel-Geschichte z.B. trägt überhaupt nichts zur eigentlichen Geschichte bei), Kriegsschauplätzen und eine unendliche Aufzählung wichtiger, historischer belegbarer Figuren, die ich irgendwann nicht mehr zuordnen konnte (Außerdem fällt mir auf, dass Diana offenbar den Überblick über ihre Figuren verloren hat; in den ersten Bänden heißt Mary Hawkins Sohn Edward, hier heißt er komplett anders...)
Mehr und mehr hatte ich den Eindruck, zwei Bücher parallel zu lesen: Auf der einen Seite die Geschichte um Jamie und Claire mit Aspekten von Ian und Brianna, auf der anderen Seite einen Lord John-Roman mit Nebenfigur William. Das eine wollte sich mit dem anderen so gar nicht verbinden und ich frage mich auch, ob die Lord-John-Handlung wirklich derart eingewoben werden musste.

Dieses Buch verdient seinen Titel in der Tat. Ich frage mich, ob ein Erstleser die Handlung wirklich genießen kann, ohne die Geschichten hinter den Andeutungen zu kennen. Mich verschafften diese Echos immer wieder ein heimeliges Gefühl – aber da kann ich auch gleich Band 1 bis 3 lesen und nicht diesen sich in Details verlierenden Roman.

So raste ich querlesend durch das Buch, immer wieder konfrontiert mit Echos der Vergangenheit bis ich endlich gegen Ende zurück nach Schottland kehren durfte. Das langatmige Erzähltempo nahm plötzlich rasant zu, mein Lesetempo dafür ab, weil ich endlich genießen konnte. Schade, dass ich mich dazu – wie schon bei Band 6 – erst einmal durch ¾ des Buches kämpfen musste.

Allerdings kann ich mir vorstellen, dass mir „Echo der Hoffnung“ nach einem Reread besser gefallen könnte. Diesen Effekt habe ich bereits bei „Ein Hauch von Schnee und Asche“ beobachtet: Nachdem die erste Spannung nach einer viel zu langen Wartezeit abgebaut war, konnte ich mich gelassener auf die Geschichte einlassen. Möglicherweise fällt meine zweite Rezension besser aus.

Für erste aber bin ich von einem Großteil des Buches sehr enttäuscht und ich darf gar nicht daran denken, dass nun wieder mindestens drei Jahre und wahrscheinlich zahlreiche andere Buchprojekte von Diana Gabaldon ins Land gehen werden, bevor ich endlich weiß, wie es weiter geht. Vor allem die Handlungen, die in diesem Buch überflüssigerweise eröffnet aber nicht abgeschlossen wurden (Jem und Fergus) seien an dieser Stelle erwähnt.

Im Grunde genommen habe ich nur eine einzige Bitte an Diana: Bitte lass uns nicht so lange auf Band 8 warten (und vor allem, lass es den letzten sein!). Ich weiß, dass ich mit dieser Bitte nicht alleine stehe.

Ich vergebe für Teil 1-5 eine Schulnote von 3,9 und für Teil 6-7 eine Schulnote von 1,2.

- in: 5b Rezension Storica 1337 mal gelesen

Diana Gabaldon: Ein Hauch von Schnee und Asche



Kurbeschreibung:
"Ein Hauch von Schnee und Asche" ist der sechste Band der mittlerweile siebenbändigen Highland-Saga um James Fraser und Claire Randall.

Man schreibt das Jahr 1772, und in der Neuen Welt gärt es bedrohlich. Hilflos müssen Claire Randall, die Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, und ihr geliebter Mann Jamie Fraser beobachten, wie die Kolonien auf einen unausweichlichen Krieg zusteuern. Über all dem hängt jedoch die ganz persönliche Drohung eines Zeitungsausschnitts aus dem Jahr 1776, der von der Zerstörung des Hauses auf Fraser's Ridge berichtet - und vom Feuertod eines gewissen James Fraser und seiner gesamten Familie. Jamie hofft, dass sich seine Frau ausnahmsweise mit ihrer Vorhersage irrt und ihre Liebe kein sinnloses Opfer der Flammen wird ...

Leseprobe: Ein Hauch von Schnee und Asche


Meine Rezension:
Ungebrochen ist meine Leseliebe zu den ersten drei Bänden der Highland-Saga.

Als "Das flammende Kreuz" 2002 herauskam - das erste Buch unter einem neuen Lektor -, war ich zunächst enttäuscht; ich spürte den deutlichen Schnitt zwischen den ersten vier Bänden und dem fünften. Doch schon aus Prinzip las ich mir 2005 den aktuellen Band "Ein Hauch von Schnee und Asche" durch, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass Diana Gabaldon an anderen Buchprojekten mehr Spaß hätte.

Offensichtlich war damals nicht der richtige Zeitpunkt für Band 6, denn er wirkte genauso aufgeblasen wie seine Vorgänger. Erst ab Teil 10 konnte ich mich für das Buch begeistern; alles davor kam mir vor, wie der zähe und verbissene Versuch, eigene (amerikanische) Geschichte aufzuarbeiten. Ich vermisste zunehmend Schottland, die Fraser-Familie, wollte sogar gerne wissen, was aus der Zimtzicke Laoghaire geworden war; Brianna war mir zu präsent und dominierte diese Geschichte mittlerweile so sehr, dass man nicht mehr sagen konnte, ob es jetzt ein Jamie-Claire- oder ein Brianna-Roger-Roman war. Ich fand die Entscheidung der jüngeren Generation sehr richtig und hoffte, dass damit wieder das Augenmerk auf Jamie und Claire gelenkt würde.

Nun, nachdem ich "Ein Hauch von Schnee und Asche" vier (!) Jahre ruhen ließ, sehe ich das Buch etwas anders – wenn auch geringfügig…

Geblieben ist der Eindruck eines zähen, viel zu schweren Werkes, das muss ich leider noch immer sagen; ich war gespannt, wie diesmal das letzte Drittel auf mich wirkt, von dem ich 2006 so begeistert war – und tatsächlich: Ab Teil 10 liest es sich tatsächlich flüssiger…

Heute kann ich für mich auch formulieren, warum das so ist: Der Leser wird in den ersten beiden Dritteln in kurzen, aber sehr detailliert beschriebenen Szenen zwischen zwei Schauplätzen hin- und hergeworfen: Hause Jamie/Claire und Hause Roger/Brianna. Es gibt nicht ein Stück (mit Ausnahme der Entführungsszenerie, auf die ich später noch zurückkomme), in dem der Leser im Lesefluss gelassen wird; dieses ständige staccato war mir manchmal zu anstrengend und ich habe mit zunehmender Seitenzahl leicht genervt angefangen, zu überblättern.

Ich bleibe bei meinem ersten Eindruck, dass Brianna in diesem Buch einen viel zu großen Platz einnimmt und viele ihrer Szenen im Grunde genommen nichts zur eigentlichen Handlung beigetragen haben. Wobei ich gestehen muss, dass sie mir nicht mehr ganz so unsympathisch ist wie zu Anfang - man wird eben auch älter und sieht die Welt anders (gegen Ende des Buches empfand ich sogar so etwas wie Abschiedsschmerz).

Dieses „die Welt mit anderen Augen sehen“ ist möglicherweise auch ein Grund, warum mir „Ein Hauch von Schnee und Asche“ heute besser gefällt als noch vor drei Jahren: Damals war meine Aufmerksamkeit durch viel Leid in meinem Umfeld geprägt und so erklärt sich, dass ich in Band 6 nach dem Erstlesen verstärkt auf Leid und Pein reagierte – was es für mich zu einem qualvollen und spaßfreien Lesen machte.

Ich war heute sehr überrascht, dass das Buch nicht nur aus Vergewaltigung, Totgeburten, Entführung und Mord besteht, sondern auch aus witzigen und gefühlvollen Szenen, die z.B. mit der Betrachtung eines Mammutskeletts einhergehen. Ich habe verhältnismäßig viel gelacht… diesmal…

Neben dem konstanten Handlungsstrang ist ein weiterer positiver Aspekt des letzten Drittels zweifelsohne das beschleunigte Tempo, mit dem wir uns zudem im Fahrwasser der Vergangenheit bewegten: Lord John taucht wieder auf, Erinnerungen von Culloden werden klarer, Schottland tritt wieder an den Rand des Geschehnisses und wir sehen uns mit verhältnismäßig wenig amerikanischer Geschichte konfrontiert.

Alles in Allem kann ich Band 6 heute besser bewerten als das letzte Mal, vielleicht auch, weil ich mich von dem Gedanken gelöst habe, einen reinen Jamie-Claire-Roman zu erwarten. Ich glaube, die ersten vier Bände spricht eher eine jüngere Zielgruppe an, wogegen sich die Szenerie ab Band 5 m.E. an die – und ich meine weder das eine noch das andere abwertend – reifere Leserschaft richtet.

Ich vergebe daher aus heutiger Sicht für die ersten 2/3 des Buches eine 3,4 und für das letzte Drittel eine 2,1. Das Gesamtwerk „Ein Hauch von Schnee und Asche“ erhält folglich eine Schulnote von 2,8.

- in: 5b Rezension Storica 1471 mal gelesen

Gabaldon, Diana: Das flammende Kreuz



Kurzbeschreibung:
"Das flammende Kreuz" ist der fünfte Band der mittlerweile siebenbändigen Highland-Saga um James Fraser und Claire Randall.

North Carolina, 1770. In den Kolonien der Neuen Welt gärt es. Die Kluft zwischen den reichen Aristokraten Amerikas und der wachsenden Zahl von Siedlern, die ums nackte Überleben kämpfen, wird immer unerträglicher. Auch Jamie Frasers Traum von einer neuen Heimat ist bedroht. Denn Claire Randall, die Frau des 20. Jahrhunderts, kennt die Zukunft und weiß, dass der bittere Krieg um die Unabhängigkeit heraufzieht. Und ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe ihres Lebens stellen wird ...
Diana Gabaldon hatte mit diesem Buch einen neuen Lektor - und das merkt man. Er ließ ihr, wie sie in einem späteren Interview verriet, keine Zeit für Überarbeitungen und drängte sie, zu veröffentlichen. Aus diesem Grund wirkt dieses Buch aufgeblasener, als die Vorgänger. Für mich fand auch ein Schnitt statt, was die Cover anbelangt: Vorher hatten wir Frasertartan-Motive, ab jetzt wurden für die Paperbacks gleich die Symbol-Motive gewählt, die mir persönlich überhaupt nicht gefallen.

Was den Inhalt des Buches anbelangt, so bin ich nur sehr schwer in die Handlung eingetaucht. Das erste Fünftel des Buches spielt an einem einzigen Tag und langweilt mich persönlich so sehr, dass ich es einfach überblättert bzw. nur halbherzig gelesen habe. Vielleicht war es ein Fehler, sich nach der langen Wartezeit nicht die Vorgänger durchzulesen, so dass man fließend in das neue Buch eintauchen hat können... Mir ist es auch nach einem Komplett-Re-Read nicht gelungen, in die Handlung einzutauchen. Ich habe meine wenigen Lieblingsstellen markiert, die ich mir manchmal durchlese, aber das war´s dann auch schon. Ich könnte jetzt nicht einmal sagen, um was es eigentlich geht. Das amerikanische Setting interessiert mich kein bischen. Einziger Lichtblick: Ian ist wieder da.

So vergebe ich für diesen Roman eine Schulnote von 3,6.

- in: 5b Rezension Storica 1154 mal gelesen

Gabaldon, Diana: Der Ruf der Trommeln



Kurzbeschreibung:
"Der Ruf der Trommeln" ist das vierte Band der mittlerweile siebenbändigen Highlandsaga um James Fraser und Claire Randall.

Eigentlich hat Claire als Ärztin in Boston alles erreicht, was die moderne Zeit ihr bieten kann. Und doch führte die Liebe zu Jamie, dem rebellischen schottischen Clanführer, sie in "Ferne Ufer" erneut zurück in das 18. Jahrhundert. Unruhige Zeiten hatten Jamie aus seiner Heimat vertrieben.

Im 20. Jahrhundert beginnt nun für Brianna eine abenteuerliche Suche nach ihren Eltern, die sie schließlich zu ihnen und auf ihren eigenen Kontinent zurückführen wird, mitten hinein in die rauhe Welt der ersten Siedler.
In den unberührten Bergen von North Carolina hatten sich Claire und Jamie ein neues Leben fernab der Zivilisation ertrotzt.

Warum geht Brianna diesen gefährlichen Weg?
Also gut, ich gebe es offen zu: Ich bin kein begeisterter Fan von Brianna. Sie hat für mich keine Hauptrolle und nimmt für meinen Geschmack zu viel Platz ein in einem Buch, das eigentlich von ihren Eltern handelt. Freilich ist es spannend zu verfolgen, wie sie den Weg in die Vergangenheit sucht und ins Inverness des 18. Jahrhunderts findet. Spannend sind auch die Überfahrt und die erste Begegnung mit ihrem Vater. Ich kann auch ein Stück weit nachvollziehen, warum Roger ihr folgt...

Doch dann wird es verwirrend: Roger trifft auf Bonnet, der nach Randalls Tod die Rolle des Buh-Manns bekommt; findet Brianna; wird dann aber verschleppt und folgenreich zurückgekauft. Jamie tritt auf als despotischer Vater, das ganze in einem amerikanischen Setting, das mich nur wenig begeistert.

Für mich ein tolles Buch, aber bei weitem nicht so glorios wie seine Vorgänger. Ich vergebe eine Schulnote von 2,8

- in: 5b Rezension Storica 1158 mal gelesen

Gabaldon, Diana: Ferne Ufer



Kurzbeschreibung
"Ferne Ufer" ist der dritte Band der mittlerweile siebenreihigen Highland-Saga um James Fraser und Claire Randall.

Überzeugt, daß ihre große Liebe, der rothaarige Clanführer Jamie Fraser, in der blutigen Schlacht von Culloden 1746 gefallen ist, kehrte Claire Randall im zweiten Band "Die geliehene Zeit" mit seinem Kind unter dem Herzen in ihre eigene Zeit, ins 20. Jahrhundert zurück. Es war ihr jedoch unmöglich, Jamie zu vergessen.
Jetzt ist die gemeinsame Tochter Brianna 20 Jahre alt und gut versorgt, und für Claire kommt der Zeitpunkt, da sie mit einem winzigen Fünkchen Hoffnung erneut die gefährliche Reise durch den magischen Steinkreis ins Schottland des 18. Jahrhunderts antritt. Und tatsächlich findet sie Jamie - lebend! Aber ihre glühende, unermeßliche Liebe durch Zeit und Raum bleibt nicht lange ungestört. Denn Jamie hat sein Ziel - Unabhängigkeit für Schottland - nie aus den Augen verloren. Er wird wegen Hochverrats gesucht. So bleibt ihnen nur die Flucht - vor königlichen Henkern, korrupten Richtern und eifersüchtigen Frauen. Werden sie all den finsteren Machenschaften entkommen, das sichere Ufer eines fernen Landes erreichen können?
Das Buch beginnt mit Stunde 1 nach Culloden.
Jamie wähnt sich tot, wünschst es sich sehnlichst, denn gerade hat er alles verloren, was ihm lieb war: Seine Frau und sein ungeborenes Kind.
"Ferne Ufer" lässt uns teilhaben am einzelnen Werdegang der beiden Liebenden: Jamie im 18. Jahrhundert und Claire in ihrem persönlichem Rückblick der letzten zwanzig Jahre im 20. Jahrhundert.
Ich konnte es kaum erwarten, da sich ihre Lebenszeiten wieder kreuzen werden und war heilfroh, als Claire den dritten Sprung wagte: Diesmal wieder zurück zu ihrem Seelenpartner.

Das Wiedersehen ist emotional. Wenn dieser chinesische Diener nicht wäre, hätte mir das Buch um Längen besser gefallen. Freilich sind die Passagen mit Claire und Jamie wie gewohnt leidenschatlich, emotional und fesselnd; auch das Wiedersehen mit der Familie auf Lallybroch hat mir gut gefallen; doch dann tritt Laoghaire auf und das in einer Rolle, die ich ihr niiiiiiiiiiiiiiiiemals zugedacht hätte - die der betrogenen Ehefrau.
Es kommt einfach keine Ruhe in die Geschichte und ich bin etwas traurig, als wir Schottland verlassen. Lichtblicke erscheinen in der Gestalt des jungen Ian - doch alles in allem ist es nicht mehr das, was es zu Anfang war.

Ich vergebe eine Schulnote von 2,3

- in: 5b Rezension Storica 1258 mal gelesen

Gabaldon, Diana: Die geliehene Zeit



Klappentext
Claire Randall, eine Frau unserer Zeit: Ein magischer Zufall hat sie ins schottische Hochland des 18. Jahrhundert geführt. Claire findet sich wieder in einer Welt zwischen Aufklärung, Aberglaube und Hexenwahn - und schließlich in den Armen Jamie Frasers, des geächteten Clanführers mit dem feuerroten Haar und dem rebellischen Herzen. Es ist der Beginn einer Liebe, geschaffen für die Ewigkeit, doch Claire kehrt wieder in ihre Welt zurück...

Erst 1968, als ihr Mann Frank tot und ihre Tochter Brianna erwachsen ist, reist Claire Randall wieder in die Highlands. Und hier sucht sie endlich die Antwort auf die Frage, die sie all die Jahre gequält hat: Hat Jamie die grausame Schlacht von Culloden überlebt? Oder ist auch er mit den Träumen von Schottlands Freiheit untergegangen?

Wiederum schlägt für Claire in den Highlands die Stunde der Wahrheit. Und alle Spuren weisen zu einem geheimnisvollen alten Friedhof...


Meine Rezension
"Die geliehene Zeit" ist der zweite Band aus der mittlerweile siebenbändigen Highland-Saga um James Fraser und Claire Randall.

Zwanzig Jahre lang hat Claire ihr Geheimnis bewahrt. Doch nun kehrt sie mit ihrer Tochter Brianna nach Schottland zurück. Und mitten in den Highlands, auf einem verwunschenen alten Friedhof, schlägt für sie die Stunde der Wahrheit.

Das zweite Band las ich gleich im Anschluss an "Feuer und Stein" - und war zunächst sehr verwirrt. Wieso waren wir wieder in der Gegenwart und wieso hatte Claire eine Tochter - und wo ist Jamie - und überhaupt?
Der erste Teil interessierte mich überhaupt nicht; ich überflog ihn nach Schlagwörtern wie "Jamie", "Callum", "Lallybroch" - und überlas dabei fast die Schlüsselszene auf dem Friedhof, als Claire Jamies Grabstein entdeckt. Eine Welt brach für mich zusammen: Wie konnte das passieren?

Ab hier wurde es spannend: Der Pastorsohn Roger ist der einzige, der Claire zu glauben scheint und so erzählt sie ihm in Rückblenden ihre Geschichte.

Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten an einem Stück die Zeit in der Vergangenheit verbracht, doch ich gewöhnte mich zwangsläufig an die Szenen mit Brianna und Roger.

Claire berichtet von ihrer Zeit in Frankreich, von den Versuchen, den nahen Krieg aufzuhalten und vom Scheitern dieser Idee; erzählt vom Unabhängigkeitskrieg und den Folgen - und wieder litt ich mit ihr, zitterte mit ihr, freute mich mit ihr und weinte um den Verlust von lieben Menschen.

Auch dieses Buch hat wieder Szene, die man kontrovers diskutieren könnte, doch schafft es Diana Gabaldon in meinen Augen stets plausibel zu erklären, warum die Szenen so abliefen, wie sie zu lesen waren - und Diana Gabaldon-Bücher sind nun mal ein Mix aus Krimi, Storica, Liebesroman und Unterhaltung.

Eine meiner Lieblingsszenen spielt in Frankreich, als Claire vor Jamie flieht und sie sich im Garten der gemeinsamen Freundin wieder finden; das Wortspiel mit der Sonne, die durch die Wolken bricht, erzeugt bei mir nach wie vor Tränen und einen Kloß im Hals.

"Die geliehene Zeit" hat mich beinahe genauso gefesselt wie "Feuer und Stein" und ich vergebe für dieses Buch eine Schulnote von 1,4

- in: 5b Rezension Storica 1118 mal gelesen

Gabaldon, Diana: Feuer und Stein



Klappentext
Eine Zeitreise aus dem 20. Jahrhundert 200 Jahre zurück: Was Claire Beauchamp Randall erlebt, ist ebenso geheimnisvoll wie aufregend. Das Schottland dieser Epoche unterscheidet sich beträchtlich von dem friedlichen Ort, den Claire soeben mysteriöserweise verlassen hat: Die schottischen Clans kämpfen erbittert gegen die englische Besatzung; die Highlander sind geprägt von Rebellion und Verrat, von Aufklärung, Aberglaube und Hexenwahn. Und mitten unter ihnen Claire eine Frau des zwanzigsten Jahrhunderts, eine beargwöhnte Fremde, die die Menschen durch ihr seltsames Auftreten, ihre ungewöhnliche Sprache und ihre eigenartigen Kenntnisse in Aufruhr versetzt.

Da begegnet sie Jamie Fraser, dem mutigen Clanführer, der ihr mehr als einmal in lebensbedrohenden Situationen zu Hilfe eilt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, und bald schon spürt Claire, dass dieser Mann über ihr Schicksal entscheidend mitbestimmen wird, dass sie an seiner Seite Liebe und Leidenschaft, Rebellion und tödliche Gefahr erleben wird. Claire muss schließlich die Entscheidung ihres Lebens treffen: zwischen der Zukunft und der Vergangenheit, zwischen ihrem Mann Frank und dem rothaarigen Rebellen Jamie Fraser. Eine Lektion hat sie inmitten dieses Abenteuers jedoch bereits gelernt dass der Instinkt eines Mannes, die Frau zu beschützen, die er liebt, so alt ist wie die Zeit...

Meine Rezension
"Feuer und Stein" ist der erste Band einer mittlerweile siebenbändigen Reihe der Highland-Saga um James Fraser und Claire Randall.

Die Berührung eines uralten, gespaltenen Steins innerhalb eines Steinkreises im schottischen Hochland nahe Inverness versetzt die junge Claire Randall aus dem Jahr 1946 zurück ins Jahr 1743.
Die Umgebung ist die gleiche geblieben, und so merkt Claire den Zeitsprung erst, als sie auf Zeitzeugen trifft und sich zunächst in den Dreharbeiten eines Historienfilms wähnt. Schon bald wird sie eines besseren belehrt.
Es ist eine unruhige Zeit, geprägt von Kampf, Rebellion, Verrat, Aberglaube und Hexenwahn. Claire fällt auf und gerät durch den Versuch, nach Hause zu kommen, in tödliche Gefahr. Notgedrungen lässt sie sich auf einen Plan der McKenzies ein und gibt sich in die Hände des jungen James Fraser. Die Gefahr ist zunächst gebannt, doch Claire will zurück... oder doch nicht?

Mir fiel das Buch im Sommer 1999 buchstäblich in den Schoß. Während einer Tournee durch das Piemont beobachtete ich eine Kollegin, die jede Gesangspause nutzte, ihre Nase in dieses Buch zu stecken. Beinahe am Ende angekommen, warf sie es angeekelt von sich und zufällig mir zu. "Diese Folterszene ist grausam", war zunächst alles, was sie sagte, nahm es dann aber doch wieder zurück und meinte: "Aber ich MUSS wissen, wie es ausgeht."
Meine Neugierde war geweckt. Kaum dass sie fertig war, bot sie es mir an mit den Worten: "Hier, aber ich kann für nichts garantieren. Du wirst ihm verfallen..."

"Ihm verfallen..." war genau das, was passierte...
Die ersten Seiten waren trocken und es wollte nicht so recht voran gehen. Einzig die Szene mit dem schottischen Geist vor dem Fenster ließ mich weiterlesen. Schließlich aber berührte Claire den gespaltenen Stein und mir war, als würde sie mich mit zerren; als würden wir uns im Strudel der Zeit verlieren und vollkommen verwirrt wieder zu uns kommen.

Von nun an war ich diejenige, die jede probenfreie Minute mit diesem Buch verbrachte. Noch vor Ort rief ich meine Mutter zu Hause in Deutschland an, sie müsse mir DAS Buch kaufen und auch noch den Nachfolger, damit ich gleich weiterlesen könne.

Wie im Fluge verbrachte ich als unsichtbarer Zuschauer die Szenerie: war mittendrin, hielt oft genug den Atmen an, wenn es brenzlig wurde; warf ein heimliches Auge auf Jamie; respektierte Callum, während ich Dougal nicht über den Weg traute; schloss Mrs. FitzGibbon in mein Herz, ebenso wie all die anderen liebenswürdigen Personen; hasste Laoghaire und hätte "Black Jack" Randall am liebsten entmannt.

Es war, als wäre ich mit Claire verbunden und ich war dankbar für die Einblicke in ihre Gefühlswelt: fühlte mit, als die Verzweiflung, nach Hause finden zu müssen, sie in höchste Lebensgefahr brachte; fühlte mit, als sie ihre Gefühle zu sortieren begann und sich zunächst gegen ihren Willen auf Jamie einließ; freute mich mit ihr, als sie "angekommen" schien; fühlte mich gespalten, als sie von Jamie vor die Wahl gestellt wurde und hoffte inständig, dass sie bitte die richtige Entscheidung träfe; litt mit ihr, als das Glück verloren zu gehen drohte und fühlte höchste Übelkeit, als "Black Jack" wieder sein Unwesen trieb - kein Wunder, dass man bei letzterem das Bedürfnis bekam, das Buch weit von sich zu schleudern.

Ich habe das Buch seit dieser ersten Begegnung an die elf Mal gelesen und immer wieder neue Aspekte entdeckt. Seit ich es kenne, habe ich schon viel darüber mit anderen Lesern diskutiert; habe neben den Begeisterten auch Menschen getroffen, die mit dem Buch nichts anfangen konnten, weil sie das Buch auf einzelne Szenen reduzieren. Szenen wie z.B.
  • die Liebesszenen, die zu heftig und häufig seien. Nun, das kann ich persönlich nicht finden. Diana Gabaldon schafft es, mit wenig Worten einen Film im Kopf zu erzeugen, der natürlich sehr erotisch ausfallen kann - je nach Phantasie des Lesers.
  • die Prügelszene, als Jamie keine andere Möglichkeit mehr sieht - aus seinem Weltbild heraus - seiner Frau klar zu machen, wie wichtig es in jener Zeit war, auf den Mann zu hören. Für uns Menschen aus einer aufgeklärten Zeit des Friedens ist dies natürlich sehr fragwürdig und fremd; doch die Szene spielt im 18. Jahrhundert, das darf man nicht vergessen.
  • die Folterszene, in der Black Jack seine krankhafte Neigung auslebt. Sie ist heftig, keine Frage und ich überblättere sie mittlerweile; doch sie ist nun einmal Teil der Geschichte und hat ihre Auswirkung in den folgenden Büchern. Was wäre ein Buch, wenn es harmonisch vor sich hin plätscherte? Einen Buh-Mann muss es geben
Ich lese das Buch immer wieder gerne, finde Jamie Fraser nach wie vor atemberaubend und die seelische Verbindung der beiden Hauptrollen herzergreifend.

Von daher gebe ich eine Schulnote von 1,1

- in: 5b Rezension Storica 1209 mal gelesen

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Susanne Pilastro - 22. Feb, 16:12

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